von Klara Granzow Viele kennen bestimmt die Geschichte, wie Coca Cola den Weihnachtsmann erfunden hat, den typischen, dickbäuchigen und bärtigen Mann, der ganz in rot gekleidet ist. Doch ist das leider (oder zum Glück?) nicht die Wahrheit über den Weihnachtsmann, oder Santa Claus, wie er auch noch genannt wird.
Der Brauch des Santa Claus kommt ursprünglich aus der Niederlande und wird dort als Sinterklaas gefeiert. Der Sinterklaas kommt jedes Jahr im November auf seinem Schimmel und mit seinen Gehilfen, den Pieten, nach Amsterdam über Wasser gefahren. Ja, ihr habt euch nicht verlesen, der Umzug findet nicht etwa auf Straßen statt, sondern auf der Amsel, und er ist kilometerlang. Von dort aus werden Pfeffernüsse zu den Zuschauern geworfen und der ganze Umzug wird von einer fröhlichen Musik umhüllt.
Dieser Einzug des aus Spanien kommenden Heiligen findet am 16 November statt, doch auch noch danach istSinterklaas schwer beschäftigt. Am folgenden Tag stellt jedes Kind in Amsterdam nachts ihre Schuhe für ihn hin, dazu noch etwas Wasser und eine Möhre für seinen Schimmel. Während dieser Zeit müssen die Kinder besonders brav sein und singen viele Lieder für den Sinterklaas, um dann am fünften Dezember, wenn die pakjesavond (Bescherung) endlich da ist. Brave Kinder werden dann mit einem Sack voller Geschenke beschert, wobei die unbraven Kinder bloß ein Stück Kohle erhalten.
Ab dann geht es nicht mehr um das übliche Weihnachtsfest, wie es z.B hier in Deutschland gefeiert wird, wo man erst am 24 seine Geschenke erhält und am 25 und 26 noch feiert. In den Niederlanden geht es dann nur noch um das Beisammensein als Familie, man geht dann ins Theater oder zum Essen aus.
Doch das hat noch immer nicht ganz etwas mit dem Santa Claus zu tun, den wir kennen. Dieser entstand erst später, als niederländische Einwanderer ihre Sinterklaas Tradition mit in die USA brachten. Dort wurde auch erst 1991 von Coca Cola in großen Zeitschriften eine Werbung plaziert, für die der Weihnachtsmann nach dem noch heute gültigem Bild dargestellt wurde. Die Firma stellte den Illustrator Haddon Sundbloom dafür ein und bat ihn, einen realistischen Weihnachtsmann zu kreiren. Er ließ sich dazu von dem Gedicht „The night before Christmas“ aus dem Jahre 1822 inspirieren.
In der Nacht vor dem Christfest, da regte im Haus
sich niemand und nichts, nicht mal eine Maus.
Die Strümpfe, die hingen paarweis am Kamin
und warteten drauf, daß Sankt Niklas erschien.
Die Kinder lagen gekuschelt im Bett
und träumten vom Apfel- und Nüsseballett.
Die Mutter schlief tief, und auch ich schlief brav,
wie die Murmeltiere im Winterschlaf,
als draußen vorm Hause ein Lärm losbrach,
daß ich aufsprang und dachte: Siehst rasch einmal nach!
Ich rannte zum Fenster, und fast noch im Lauf
stieß ich die knarrenden Läden auf.
Es hatte geschneit, und der Mondschein lag
so silbern auf allem, als sei’s heller Tag.
Acht winzige Rentierchen kamen gerannt,
vor einen ganz, ganz kleinen Schlitten gespannt!
Auf dem Bock saß ein Kutscher, so alt und so klein,
daß ich wußte, das kann nur der Nikolaus sein!
Die Rentiere kamen daher wie der Wind,
und der Alte, der pfiff, und er rief: “Geschwind!
Renn, Renner! Tanz, Tänzer! Flieg, fliegende Hitz’!
Hui, Sternschnupp’! Hui, Liebling! Hui, Donner und Blitz!
Die Veranda hinauf, und die Hauswand hinan!
Immer fort mit euch! Fort mit euch! Hui, mein Gespann!”
Wie das Laub, das der Herbststurm die Straßen lang fegt
und, steht was im Weg, in den Himmel hoch trägt,
so trug es den Schlitten auf unser Haus
samt dem Spielzeug und samt dem Sankt Nikolaus!
Kaum war das geschehen, vernahm ich schon schwach
das Stampfen der zierlichen Hufe vom Dach.
Dann wollt’ ich die Fensterläden zuzieh’n,
da plumpste der Nikolaus in den Kamin!
Sein Rock war aus Pelzwerk, vom Kopf bis zum Fuß.
Jetzt klebte er freilich voll Asche und Ruß.
Sein Bündel trug Nikolaus huckepack,
so wie die Hausierer bei uns ihren Sack.
Zwei Grübchen, wie lustig! Wie blitzte sein Blick!
Die Bäckchen zartrosa, die Nas’ rot und dick!
Der Bart war schneeweiß, und der drollige Mund
sah aus wie gemalt, so klein und halbrund.
Im Munde, da qualmte ein Pfeifenkopf,
und der Rauch, der umwand wie ein Kranz seinen Schopf.
Ich lachte hell, wie er so vor mir stand,
ein rundlicher Zwerg aus dem Elfenland.
Er schaute mich an und schnitt ein Gesicht,
als wollte er sagen: “Nun, fürchte dich nicht!”
Das Spielzeug stopfte er, eifrig und stumm,
in die Strümpfe, war fertig, drehte sich um,
hob den Finger zur Nase, nickte mir zu,
kroch in den Kamin und war fort im Nu!
In den Schlitten sprang er und pfiff dem Gespann,
da flogen sie schon über Tal und Tann.
Doch ich hört’ ihn noch rufen, von fern klang es sacht:
“Frohe Weihnachten allen, und allen gut’ Nacht!”
Dabei kam der rote Mantel nicht etwa daher, dass das auch Coca Colas berühmte Erkennungsfarbe war, sondern einfach von den alten Traditionen. In der Werbung wird Santa Claus dargestellt, wie er die Coca Cola als Erfrischung während seiner Arbeit trinkt und er wurde auf anhieb berühmt, noch bis heute wird er so dargestellt. Von da an zeichnete Sundbloom den Weihnachtsmann 30 Jahre für Coca Cola, bis er dann 1964 damit aufhörte, doch Coca Cola benutzte weiterhin seine Bilder für Werbezwecke.
Damit ist die Geschichte von Coca Cola als Erfinder des Weihnachtsmanns nicht wahr, doch ein gewisser Einfluss lässt sich mit Sicherheit nicht bestreiten 😉

Eulenpost-Redaktion
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