Eulenpost

Schülerzeitung der Waldschule Hagen-Beverstedt

Politische Jugendorganisationen in Deutschland

von Paule Krumrey (11d)

Die Jugendorganisation einer Partei kann jungen Menschen, besonders Schülern, einen schnellen und einfachen Start in die politische Karriere ermöglichen. Wenn man als Schüler etwas erreichen will, dann bleibt einem oft nur die Möglichkeit, sich politisch zu engagieren. Mit dem eigenen Jugendbereich möchte eine Partei junge Menschen für sich gewinnen, indem man sie am politischen Alltag teilhaben lässt. Ich möchte euch hier die verschiedenen politischen Jungendorganisationen der deutschen Parteien vorstellen.

Wir beginnen mit der aktuell stärksten deutschen Partei, der CDU. Zusammen mit ihrer Schwesterpartei (der CSU) gründete sie 1947 den eigenen Jugendverband. Die „Junge Union“ (kurz JU) fasst heute ca. 110.000 Mitglieder (Stand: Mai 2016). Das hört sich vielleicht viel an und ist auch die mit Abstand höchste Mitgliederzahl eines politischen Jugendverbandes in Deutschland, allerdings war die Zahl schon mal höher. Seit 1983 (!) sinkt die Mitgliederzahl stark. Damals waren es noch ca. 260.000 Mitgliedschaften. Um der JU beizutreten, muss man mindestens 14 Jahre alt sein und mit 35 endet die Mitgliedschaft automatisch. Die Website der JU ist www.junge-union.de. Der aktuelle Vorsitzende der Jungen Union ist Paul Ziemiak. Der 33-Jährige wurde erst kürzlich zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt. Ein gutes Beispiel, dass man auch direkt aus Jugendorganisationen in ein politisch wichtiges Amt aufsteigen kann. Die JU beschreibt sich selbst als „christdemokratisch“ und „konservativ“ und steht damit ihren „Mutterparteien“ CDU und CSU sehr nah. Außerdem setzt sie sich für mehr Generationengerechtigkeit ein. Den Schwenk von Kernenergie hin zu erneuerbaren Energien hatte die JU bereits vor der Union vollzogen.

Als nächstes gucken wir uns den Jugendverband der SPD an. Die Mitglieder dieser Organisation nennen sich offiziell „Jungsozialisten/innen“, kurz „Jusos“. Der Verband wurde 1914 gegründet und ist damit die älteste politische Jugendorganisation Deutschlands. Mit circa 80.000 Mitgliedern hat sie allerdings deutlich weniger als die Junge Union. Auch die Jusos hatten mal deutlich mehr Mitglieder. 1968 waren es noch ca. 300.000 – der bisherige Höchststand. Auch bei den Jusos muss ein Mitglied zwischen 14 und 35 Jahren alt sein. Auf der Seite www.jusos.de könnt ihr euch über die Organisation informieren. Der Vorsitzende der Jusos heißt Kevin Kühnert, ist 29 Jahre alt und erregte erst letztlich großes Aufsehen, als er (im Namen der Jusos) gegen die erneute Regierung aus SPD und CDU/CSU war und das auch groß bekundete. Einen Rückschlag erlitten die Jusos allerdings, als die SPD-Parteimitglieder einer Regierung zugestimmt hatten, trotz der Warnung der Jusos.

Auch die jüngste Partei im Bundestag (AfD) hat eine eigene Jugendorganisation: Die „Junge Alternative für Deutschland“ (kurz „JA“). Die JA wurde 2013 gegründet und hat heute ca. 1.800 Mitglieder. Um der Organisation beizutreten muss man auch hier 14 Jahre alt sein. Das Höchstalter beträgt bei der JA 36 Jahre. Allerdings müssen Leute in Niedersachsen der JA in einem anderen Bundesland beitreten. Die niedersächsische JA wurde nämlich im November 2018 aufgelöst, nachdem sie wegen rassistischer Beiträge vom niedersächsischen Verfassungsschutz beobachtet wurde. Auch in Bremen und Baden-Württemberg wird die JA aktuell beobachtet, diese Verbände existieren allerdings noch. Die Website der JA heißt www.jungealternative.com. Der Vorsitzende der JA ist der 25-Jährige Damian Lohr.

Der Jugendverband der FDP nennt sich „Junge Liberale“ und wird mit „JuLis“ abgekürzt. Allerdings beschreibt sich dieser als „unabhängig“ und nur „FDP-nah“. Der Verband wurde 1980 gegründet und fasst ca. 10.000 Mitglieder. Bei den JuLis muss man mindestens 14 Jahre alt sein und ab 16 Jahren muss man gleichzeitig Mitglied in der FDP sein. Das Höchstalter beträgt 35 Jahre. Die Vorsitzende der JuLis heißt Ria Schröder und ist 26 Jahre alt. Auf der Website www.julis.de könnt ihr euch über die Jungen Liberalen informieren und ihnen beitreten. Als inhaltliche Ausrichtung nennt die Organisation den Liberalismus. Bei den JuLis stehen die Fragen nach Bürgerrechten, Gesellschaftspolitik und Umwelt aber deutlich mehr im Mittelpunkt als bei der FDP.

Die „Linksjugend Solid“ ist die Jugendorganisation der Partei Die Linke und hat circa 10.000 Mitglieder (Stand September 2018). Die Linksjugend Solid wurde 2007 gegründet und hat, im Gegensatz zu den anderen Verbänden, keine/n alleinige/n Vorsitzende/n. Die beiden Bundesgeschäftsführer heißen Saskia Spahn und Janis Walter; der Bundesschatzmeister heißt Konstantin Gräfe. Außerdem hat die Linksjugend Solid noch neun Bundessprecher/innen. Um der Linksjugend Solid beizutreten, müsst ihr 14 bis 35 Jahre alt sein und die Seite www.linksjugend-solid.de besuchen. Bis 2012 wurde die Linksjugend Solid vom Verfassungsschutz noch als „linksextremistisch“ bezeichnet. Seitdem wird sie in den Berichten nicht mehr erwähnt.

Kommen wir nun zur letzten Organisation dieser Reihe: die „Grüne Jugend“ (abgekürzt „GJ“). So heißt der Jugendverband der aktuell sehr populären Partei Bündnis 90/Die Grünen. Die GJ wurde 1994 gegründet und fasst ca. 7.100 Mitglieder. Die beiden Sprecher der Grünen Jugend heißen Ricarda Lang und Max Lucks und sind 24 bzw. 21 Jahre alt. Inhaltlich ist die Organisation unabhängig von ihrer „Mutterpartei“ und hat in manchen Bereichen andere Forderungen. Beispielsweise setzt sich die GJ für die Legalisierung aller Drogen ein. 2013 startete sie zusammen mit der Linksjugend Solid die Kampagne mit dem Titel „Ich-bin-linksextrem“, womit sie das Extremismusmodell und die damit verbundene Kriminalisierung angreifen wollten. Die Website der GJ heißt www.gruene-jugend.de.

Eulenpost-Redaktion

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