von Isabella Stechel-Marceddu

Es scheint als würde allmählich doch die Technik an der Waldschule einziehen. Es ist ein Wunder, dass ich hier gerade an einem Windows 10 sitze und meinen Artikel tippe. Ein bisschen wehmütig denke ich an den Rechercheraum, in dem immer noch die alten Kästen und der Drucker stehen, der ständig Papierstau hatte und uns damit in den Wahnsinn getrieben hat. Man glaubt es kaum, aber jeden Morgen werden wir von einem riesigen Vertretungsplan in Form eines Flatscreens (!!!) begrüßt. Wie Schüler eben sind, immer unzufrieden, beschweren sie sich jetzt darüber, dass diese Anschaffung völlig unnötig war. Ganz unrecht haben sie vielleicht nicht, wenn sie sagen, dass es weitaus größere Baustellen (hahaha) in Sachen Technik gibt. Wie dem auch sei, den Schein einer technisch voll ausgestatteten Schule bewahrt er auf den ersten Blick zumindest.

Wo wir gerade beim Thema Baustellen sind: Wenn mich nicht alles täuscht, hatten wir dieses Schuljahr noch keinen Unterricht mit Baulärm. Bevor jetzt falsche Enttäuschung aufkommt, keine Sorge, bald geht es mit dem alten B-Gebäude weiter. Seien wir ehrlich, das gehört einfach zum Waldschul-Feeling dazu. Es bricht mir das Herz, dass die Neuankömmlinge bald nicht mehr die obligatorische Erfahrung der Container machen können, ich weiß nicht, ob wir sie jemals als richtige Waldschüler akzeptieren können. Wahrscheinlich nicht.

Noch ein Wunder: Wir hatten diesen Herbst nicht die ganze Zeit Laub auf dem Schulhof, nein, es wurde tatsächlich zusammengekehrt, obwohl es eigentlich Brauch ist, zum Elternsprechtag alles auf Vordermann zu bringen.

Soweit die Veränderungen, fraglich ist, was noch folgt, vielleicht wird in naher Zukunft im Winter geheizt, aber können wir so eine Veränderung verkraften?

Bevor hier jetzt laute Proteste aufkommen, wir haben unsere Schule natürlich trotzdem lieb…

Eulenpost-Redaktion
eulenpost.waldschule@t-online.de

One thought on “Warum man Technik und Waldschule nun in einem Satz benutzen kann”

  1. Als ich ITG hatte (Das müsste 2008-2010 gewesen sein…), mussten wir uns noch extra für den Unterricht 3,5“-Disketten anschaffen, weil die Computer so alt waren, dass sie noch keine USB-Anschlüsse hatten. Zu Hause brauchte man dann ein externes Diskettenlaufwerk, weil der PC dort wiederum keines mehr eingebaut hatte; schließlich hat auch schon damals niemand ernsthaft mehr Disketten benutzt. (Außer eine gewisse Schule irgendwie…)
    Ein ähnliches Problem hatte ich mit Word. (Ja, damals hatten wir noch echtes MS Office im Unterricht. Ein kleiner – na gut – großer Wermutstropfen war allerdings, dass es sich dabei um eine vorsintflutliche Uralt-Version handelte.) Meine ersten ITG-Hausaufgaben hatte ich also auf dem heimischen Computer, bestückt mit der aktuellen Office-Version, geschrieben und auf meiner Diskette mit zur Schule gebracht. Das böse Erwachen kam dann in der Stunde, als mir das Schul-Word nur Nonsense anzeigte, wo gestern noch ein kurzer Text stand! Was ich nicht wusste: Das Office aus „einem Land vor unserer Zeit“ war nicht aufwärtskompatibel. Alle Erklärungsversuche nützten nichts, die Hausaufgabe war offiziell nicht gemacht und für mich gab es eine mündliche 6 kostenlos dazu. Wir wissen ja alle, wie einsichtig unser geliebter ITG-Lehrer ist… (Jeder hatte ihn mal, daher kann ich wohl auf den Namen verzichten.) Wenigstens bekam ich in der nächsten Stunde die Möglichkeit, den Eintrag wieder zu tilgen.

    Was ich damit sagen will: Die Waldschule ist schließlich Jahrgang 1949 und alte Schulen sind halt keine D-Züge!

    PS: In der fünften Klasse freute ich mich, weil ich mir einen Rechner mit Windows XP ergattert hatte, die meisten anderen liefen noch mit dem völlig antiquierten Windows 2000.

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