Eulenpost

Schülerzeitung der Waldschule Hagen-Beverstedt

Hagen im Nationalsozialismus

Hagen im Nationalsozialismus

von Isabella Stechel-Marceddu

Geschichtsunterricht mal anders. Im Gegensatz zu den normalen Geschichtsstunden saßen die Schüler der elften Klasse nicht im Klassenraum, sondern in der Burg zu Hagen. Vor ihnen Stühle mit Mänteln über den Lehnen. Anders als man im ersten Moment annehmen könnte, wird auf diesen Sitzen niemand Platz nehmen. Die Menschen, denen dieser Platz zustand waren vor langer Zeit gestorben, unter der Grausamkeit des Nationalsozialismus.

Anlässlich der Übergabe von Dokumenten aus der Zeit des Nationalsozialismus an die Waldschule, wurden die elften Klassen in die Burg eingeladen. Hansdieter Kurt und Petra Wulff-Haun erinnerten dort an das, was sich vor genau 80 Jahren in ganz Deutschland ereignet hatte: In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der Reichsprogromnacht, zerstörten die Nationalsozialisten zahlreiche Synagogen, Wohnungen, Friedhöfe und töteten unzählige Menschen. Alle Schülerinnen und Schüler hatten dieses Thema schon im Geschichtsunterricht behandelt, doch diese Vorträge unterschieden sich vom gewöhnlichen Geschichtsunterricht. Hier wurde von Menschen und Taten aus Hagen erzählt. Nicht von namenlosen Opfer, die auf tragische Weise, wie so viele gestorben sind, sondern von Menschen, die vor gar nicht allzu langer Zeit dort gelebt haben, wo heute womöglich einige der Anwesenden wohne.

Petra Wulff-Haun Vortrag drehte sich vor allem, um die Vergehen, die in der Nacht und der Zeit des Faschismus, begangen wurden. Das, was in ganz Deutschland passierte, geschah auch in Hagen. Juden wurden diskriminiert, verhasst, in Ghettos verschleppt, ermordet. Auch die Synagoge in Hagen blieb nicht von dem Hass der Nationalsozialisten verschont, in der Reichsprogromnacht brannte sie bis auf die Grundmauern nieder. Wulff-Haun erzählt auch von Schicksalen der Individuen und wie ganze Familien sterben mussten.

Hansdieter Kurt legte seinen Fokus hingegen auf das Leben der Juden in der Gemeinde Hagen. Lebhaft berichtet er von den Zeiten vor dem Faschismus. „Das schlimmste an den Nazis war, dass sie aus Nachbarn Juden gemacht haben“. So hatten die Schülerinnen und Schüler Bilder und Charaktere vor Augen, und den ehemaligen Mitgliedern der Gemeinde Hagen, wurde der gebührende Respekt gezollt, dass sie nicht nur als Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch als Personen in Erinnerung bleiben.

Eulenpost-Redaktion

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