Eulenpost

Schülerzeitung der Waldschule Hagen-Beverstedt

Machen Medien depressiv?

von Klara Granzow (11c)

„Kinder werden doch nur immer depressiv, weil sie immer am Handy sitzen, oder vorm Computer und ihren Konsolen.!“ Vermutlich eine weitverbereitete Meinung, besonders von Eltern.

Stimmt das allerdings?

Ich persönlich stimme dem nicht zu, da ich Depressionen habe und Medienkonsum für mich mehr Hilfe als alles andere ist. Durch zocken und Videos schauen entkomme ich dem Schultstress, oder insgesamt Stress.

Natürlich schränken Medien soziale Aktivitäten irgendwo auch ein, man bleibt lieber zuhause und beschäftigt sich alleine, aber es gibt auch immer mehr und mehr Gruppen, Communities, die sich besonders um Videospiele, Serien und Youtuber herum bilden.

Conventions sind dann für Jugendliche ein Anlass, sich mit Leuten zu treffen, die ähnliche bzw. gleiche Interessen haben. Große Conventions sind z.B die TwitchCon oder die Penny Arcade Expo (Pax), aber auch die Leipziger Buchmesse wandelt sich zum beliebten Treffpunkt für Cosplayer.

Neben solchem direkten Kontakt mit anderen, ermöglichen auch andere Anwendungen wie Skype, Discord oder TeamSpeak einen Austausch mit anderen Gamern, besonders hilfreich vermutlich für alle möglichen Co-Op und Battle Royal Spiele,wie z.B Fortnite.

Das klingt jetzt alles sehr postitiv, das soll auch so sein. Wo Spielt Youtube da jetzt eine große Rolle?

Es gibt verschiedene Youtuber, die sich quasi in Genres aufteilen. Beauty, Gaming, Fahrzeuge, Reviews, Musik und noch einiges mehr, über simple Comdey bis hin zu Tiervideos.

Youtuber beeinflussen die Jugend schon stark, der meist abbonierte Youtuber ist zur Zeit Pewdiepie, ein schwedischer Gamer, zuletzt bekannt geworden durch sein „Battle“ gegen den indischen Kanal T-Series.

Allerdings gibt es international noch einige mehr, besonders Gaming Youtuber, die großen Einfluss genießen. Mein persönlicher Favorit ist Sean McLoughlin, besser bekannt als Jacksepticeye.

Er ist laut, aufgeregt, macht fast ständig Witze und flucht annähernd durchgehend. Klingt anstrengend? Ist es wirklich nicht, da er einen sehr guten Ausgleich findet. Sean spricht ernst und ehrlich über die verschiedensten Themen, spricht Depressionen und andere mentale Krankheiten an, rät zu Therapien und erklärt verständlich und gut schwere Themen. Er ist sehr rücksichtsvoll und kümmert sich um seine Fanbase, die es ihm dankt und auch gerne sein Merchandise kauft, aber auch Klamotten von seiner eigenen Produktionsreihe, Cloak, die er zusammen mit einem weiteren Youtuber, Markiplier, besitzt.

Gut und schön alles, ein einfacher Gaming-Kanal, netter Typ, aber das ist nicht alles. Jacksepticeye hat seit etwas mehr als einem Jahr etwas am Laufen, dass er PMA genannt hat: Positive Mental Attitude. Das Konzept bechreibt eine gewisse Lebenseinstellung, einen positiven Blick ins Leben, der allerdings auch erlaubt traurig zu sein. Wer mehr darüber wissen will, muss sich nur einige Videos mal anschauen ;).

Neben PMA hat der Youtuber noch eine weitere „Mission“. Monatlich streamt er für den guten Zweck und sammelt Spenden für die verschiedensten Organisationen, zuletzt hat er für eine Gruppe gesammelt, die sauberes Wasser zu Menschen bringt, denen eben das fehlt.

Das Sammelziel ist dabei immer 100.000$ und wird immer erreicht, nach 4-6h durchgehendem Stream. Da natürlich nicht alle Zuschauer so lange am Ball bleiben, läd Sean die Videos alle auf seinem Kanal hoch, sichtbar für alle.

Ein Youtuber für den guten Zweck, der regelmäßig auch die Einnahmen aus seinem Onlineshop spendet und damit transparent umgeht, ein richtiges Vorbild.

Allerdings wohl nur ein Beispiel von vielen, die ich jetzt beschreiben könnte.

Ich kann nur sagen, dass Medien für mich keinen großen Stress und auch keine Abhängigkeit bedeuten, die mich in eine Depression ziehen, sondern als Mittel, mich da eher herauszuholen, eine Selbsthilfe, wenn man so will. Und ich glaube, dass es für viele so ist. Schule ist längst nicht nur der Unterricht und gelegentlich auch mal Hausaufgaben, es wird immer mehr und beherrscht 24/7 das Leben der Schüler, also unser Leben, da ist es nur natürlich, sich einen Ausgleich zu suchen. Sport, Bücher, Games, Youtube.

Eltern müssen einfach etwas mehr Vertrauen und Verständnis haben, ihren Kindern zuhören und nicht einfach blind drauf los kritisieren, dass Medien uns verdummen oder depressiv machen, bzw. aggressiv.

Sich an digitale Medien zu wenden um Stress abzubauen, ist völlig okay und das Internet ist eben nicht voll mit schlechten Menschen, wie das Beispiel Jacksepticeye beweist. Schule darf nicht alles in unserem Leben sein, sollte die Schüler nicht so zermürben, dass wir unseren Wert in Noten werten, sich ein Hobby zu suchen, egal welches, sollte einfach ohne große Kritik von Erwachsenen erlaubt sein, und falls eure Eltern sich trotzdem weiterhin beschweren, könnt ihr sie gerne auch in der Hinsicht einfach reden lassen. Solange ihr nicht komplett abstürzt in der Schule, und euch trotzdem wohlfühlt, ist alles in Ordnung.

Damit noch viel Glück, besonders an alle, die ab Donnerstag ihr Abitur bestreiten!

Eulenpost-Redaktion

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